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SCHULTER

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Krankheitsbilder
1. Engpaß-Syndrom
2. Sehnenriss
3. Kalkschulter
4. Steife Schulter
5. Auskugelung
6. Verschleiß
7. Eckgelenksprengung
8. Schulterbruch

Engpaß-Syndrom  

Das Schulter Engpaß-Syndrom ist eine sehr häufige Ursache für Schulterschmerzen im mittleren und höheren Lebensalter. Der Fachausdruck lautet Impingement-Syndrom. Oftmals durch eine knöcherne Einengung, ausgehend vom Schulterdach bedingt, verursacht dieses Problem Schmerzen beim Anheben des Armes oder bei gewissen Drehbewegungen. Häufig treten auch nächtliche Schmerzen auf.

Nach Ausschöpfen aller konservativen Maßnahmen, wie Medikamenteneinnahme, Spritzen oder Physiotherapie, bleibt als letzte Möglichkeit der Therapie die operative arthroskopische Erweiterung des Raumes unter dem Schulterdach kombiniert mit einer Schleimbeutelentfernung. Diese schonende arthroskopische Operationstechnik wird subakromiale Dekompression genannt.
Nach ca. 4 - 6 Wochen Nachbehandlung sind sie in der Regel wieder arbeits- und sportfähig.

 
Sehnenriss

Die häufigste Ursache für Schmerzen im Bereich des Schultergelenkes ist eine Schädigung einer Sehnenmanschette, der sogenannten Rotatorenmanschette.
Der Rotatorenmanschettenriss entsteht vor allem verschleißbedingt, er kann aber auch durch Unfälle ausgelöst werden. Der Betroffene verspürt in der Regel Schmerzen beim Anheben des Armes und Nachtschmerz (Impingement). Oft macht sich auch eine Kraftminderung an der betroffenen Schulter bemerkbar. Bei Sehnenrissen ist es auch manchmal möglich, dass die Betroffenen den Arm nicht mehr anheben können. Die rechtzeitige Diagnosestellung ist wichtig für die Therapieplanung.
Bei gescheiterter konservativer Therapie muß bei jedem Betroffenen individuell entschieden werden, ob und welche Form der Operation notwendig ist. In den meisten Fällen können wir die schonende minimal-invasive Methode anwenden und die sogenannte arthroskopische Rotatorenmanschettennaht durchführen. Im Vergleich zur offenen Rotatorenmanschettennaht hat der Patient nach der Operation weniger Schmerzen und die Nachbehandlung verläuft schneller. Auch ist die exakte Wiederherstellung der ursprünglichen Anatomie (Footprint Rekonstruktion) möglich. Nur in Ausnahmen müssen wir noch offene Techniken anwenden. Normalerweise ergänzen wir den Eingriff durch die oben beschriebene subakromiale Dekompression.
Bei sehr großen irreparablen Sehnenläsionen müssen u.U. aufwendigere Muskelschwenklappenplastiken durchgeführt werden, bei älteren Patienten eventuell auch eine sog. inverse Schulterprothesen.
Die direkte Nachbehandlung benötigt ca. 6 Wochen. In dieser Zeit schützen wir ihre genähten Sehnen durch eine Schlinge. Ab der 7. Woche nach der Operation dürfen auch wieder aktive Bewegungsübungen durchgeführt werden. Abhänig von der beruflichen Tätigkeit ist der Betroffene dann auch wieder arbeits- und sportfähig.

 
Kalkschulter

Die "verkalkte Schulter" macht sich vor allem durch Nachtschmerzen bemerkbar. Aber auch das oben erwähnte Impingement-Syndrom kann durch Kalk verursacht sein.
Die Kalkschulter ist oft selbstlimitierend und abhänig von der Struktur des Kalkherdes müssen individuelle Therapiemaßnahmen erfolgen. Unter den konservativen Therapieformen hat die Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) einen hohen Stellenwert. Mit dieser - von uns angebotenen Behandlung - können nicht-operativ sehr gute Ergebnisse erzielt werden.
Im Falle des Scheiterns der konservativen Maßnahmen bleibt die operative Ausräumung des Kalkherdes. Diese Operation wird von Schulterchirurgen immer schonend arthroskopisch durchgeführt. Oft wird die Kalkausräumung von einer subakromialen Dekompression ergänzt. In machen Fällen erreicht der Kalkherd eine beachtliche Größe, so dass nach der Ausräumung ein Defekt bestehen bleibt, der von uns in gleicher Sitzung verschlossen wird.
Bei jedem Patienten wird das Vorgehen individuell entschieden.
Die Nachbehandlung verläuft sehr rasch und die Betroffenen sind oft schon nach 4 Wochen wieder arbeits- und sportfähig.

 
Steife Schulter

Die steife oder teilsteife Schulter (frozen soulder) kann sich primär entwickeln, aber auch klare Ursachen haben (sekundäre frozen shoulder).
Bei diesem Krankheitsbild muß versucht werden mit konservativen Maßnahmen die Betroffenen wieder schmerzfrei zu bekommen. Gelingt dies mit Medikamenten, mit Spritzen und Physiotherapie nicht vollständig, wird oft die Entscheidung zu einer Operation getroffen. Auch im Falle der frozen shoulder stellt die schonende Arthroskopie die Methode der Wahl dar. Im Rahmen dieses Eingriffes wird die Schulter wieder mobilisiert und sämtliche mögliche Ursachen mitbehandelt.
Nach der Arthroskopie muss der Patient die wiedergewonnene Beweglichkeit durch ein Übungsprogramm aufrecht erhalten.
Die Nachbehandlung verläuft individuell unterschiedlich. Bei manchen Betroffenen stellt sich der Erfolg aber schon einige Tage nach der Operation ein.

 
Auskugelung

Die Schulterauskugelung (Luxation) trifft häufig junge Menschen bei einem Unfall. Gelegentlich springen Schultern aber auch ohne Unfall heraus. Meist ist die Luxationsrichtung nach vorne unten.
Bei jeder Auskugelung einer Schulter bedarf es einer individuellen Entscheidung bezüglich der Therapie.
Insbesondere junge Betroffene sind gefährdet, dass die Schultern bei Bagatellbewegungen wieder auskugeln und in solchen Fällen sollte rasch eine Stabilisation der Schulter erfolgen.
Wir führen nahezu alle Schulterstabilisationen in arthroskopischer schonender Technik durch. Durch neue Methoden und Instrumente sind wir in der Lage vordere, hintere und auch sog. multidirektionale Schulterinstabilitäten zu therapieren.
In besonderen Fällen führen wir auch offene Schulterstabilisationen durch. Dies wird mit jedem Patienten individuell besprochen.
Beim etwas älteren Patienten gilt unser Augenmerk auch noch auf eventuell bestehende Sehnenverletzungen.
Die direkte Nachbehandlung erstreckt sich über 6 Wochen. In dieser Zeit sollte ein Schlinge getragen werden und ausladende Bewegungen müssen vermieden werden.

 
Verschleiß

Der Verschleiß des Schultergelenkes (Arthrose) ist seltener als am Hüft- und Kniegelenk, tritt aber durchaus beim etwas älteren Patienten auf.
Im Anfangsstadium können symptomatische Maßnahmen eingeleitet werden, die vor allem dem Erhalt der Beweglichkeit dienen. Erst im späteren Stadium, wenn der Betroffene ein Reiben spürt und wenn die Schmerzen stärker werden, sollten chirurgische Maßnahmen eingeleitet werden. Wie am Hüft- und Kniegelenk kann auch am Schultergelenk ein Gelenkersatz (Kunstgelenk/Prothese) durchgeführt werden. Die Erfolgsrate der Prothesenoperation ist sehr hoch, insbesondere wenn differenziert die "richtige Prothese" für den entsprechend Betroffenen ausgewählt wird.

 
Eckgelenksprengung

Das Schultereckgelenk (AC-Gelenk) kann durch einen Unfall verletzt werden. Meist tritt eine sogenannte Echgelenksprengung auf. Ganz unterschiedlich müssen die Betroffenen behandelt werden. In den meisten Fällen wird eine Ausheilung erzielt mit nicht-operativen Maßnahmen. Nur in wenigen Fällen sollte die operative Stabilisation des Schadens erfolgen. Dies gilt für höhere Schweregrade der Verletzung und oftmals für Überkopfsportler.
Wir führen auch bei solchen Verletzungen eine individuelle Betreuung und Beratung der Patienten durch. Sollte es zur Operation kommen, bieten wir ebenfalls eine minimal-invasive Operation an, die zu einer stabilen Situation führt. Bei komplexeren Verletzungen müssen eventuell auch aufwendigere Rekonstruktionen erfolgen.
Nach einer Nachbehandlungszeit von 6 - 8 Wochen ist sowohl bei konservativer als auch bei operativer Therapie die Heilung abgeschlossen.

 
Schulterbruch

Bei Unfällen brechen oftmals auch Teile des Schultergelenkes. Oft betroffen ist das Schlüsselbein, aber auch der Oberarmkopf. In vielen Fällen kann über eine konservative Knochenbruchbehandlung eine vollständige Heilung erzielt werden.
Eine genaue Diagnostik ist hierbei wichtig. Sollte eine operative Therapie nötig werden, wenden wir nach Möglichkeit schonende minimal-invasive Operationen an (Osteosynthesen). Bei schweren Verletzungen müssen u.U. auch Plattenosteosynthesen oder gar Frakturprothesen angewendet werden.
Auch bei Knochenbrüchen wird für die Betroffenen individuell die optimale Behandlung ausgewählt.

 

 
© Ortho-Klinik Rhein/Main 2005 Orthopädische Gemeinschaftspraxis Dr. med Adalbert Missalla & Dr. med Uwe König Alle Rechte vorbehalten.