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Krankheitsbilder
1. Kreuzbandriss
2. Meniskusriss
3. Knorpelschaden
4. Verschleiss
5. Fehlstellung
6. Kniescheibe
7. Knochenbruch

Kreuzbandriss 

Im Kniegelenk gibt es ein vorderes und ein hinteres Kreuzband. Beide Kreuzbänder bilden den Zentralpfeiler im Kniegelenk und sind wichtige Stabilisatoren.
Bei Unfällen kommt es sehr häufig zu Verletzungen der Kreuzbänder, meist bei Verdrehbewegungen.
Das vordere Kreuzband ist häufiger von Verletzungen, d.h. Rissen betroffen. Wenn ein Betroffener ein Instabilitätsgefühl hat, besteht die Notwendigkeit das vordere Kreuzband zu ersetzen. Die vordere Kreuzbandplastik wird von uns in arthroskopischer Technik mit sehr guten Ergebnissen durchgeführt. Als Kreuzbandersatz wird ausschliesslich körpereigenes Gewebe verwendet. Das Standardtransplantat ist die Semitendinosus- und Gracilissehne. In manchen Fällen verwenden wir auch die Patellarsehne. Die Fixierung des Transplantates erfolgt in der Regel mit resorbierbaren (auflösbaren) Implantaten.
Wir verfügen auch - als eine der wenigen Kliniken in Europa - über große Erfahrung mit dem Ersatz des vorderen Kreuzbandes bei Kindern mit offenen Wachstumsfugen. In solchen Fällen besteht neben der Semitendinosussehne auch die Möglichkeit die Quadrizepssehne als Transplantat zu verwenden.
Wer für eine Kreuzbandoperation in Frage kommt und welche Technik verwendet werden sollte, wird jeweils individuell entschieden.
Im Falle einer Verletzung des hinteren Kreuzbandes bedarf es eines differenzierten Behandlungskonzeptes. Wir führen sowohl die konservative Therapie als auch bei frischen Verletzungen Refixationen des hinteren Kreuzbandes durch.
In manchen Fällen muss auch eine hintere Kreuzbandplastik durchgeführt werden.
Eine besonders gravierende Verletzung des Kniegelenkes ist die Knieluxation mit Verletzungen der Kreuzbänder und weiterer wichtiger anatomischer Strukturen, wie den Menisci oder den peripheren Bandstrukturen des Kniegelenkes.
Auch komplexe Kniegelenkrekonstruktionen werden von uns durchgeführt.
Die Nachbehandlung richtet sich nach den individuellen Gegebenheiten des Eingriffs. In der Regel besteht allerdings nach 4 - 6 Wochen wieder die Möglichkeit die Arbeit wieder aufzunehmen, nach 6 Monaten sind auch Risikosportarten wieder erlaubt.

 
Meniskusriss

Der Meniskusriss ist eine der häufigsten Verletzungen des Kniegelenkes. Man unterscheidet traumatische Risse von degenerativen verschleißbedingten Rissen. Da der Meniskus ein wichtiger Puffer und Stabilisator des Kniegelenkes ist, versuchen wir - wenn immer möglich - den Meniskus zu erhalten. Die besten Resultate werden mit Meniskusnähten erzielt. Wir bieten sämtliche arthroskopischen Techniken der Meniskusnaht an (all-inside, inside-out oder outside-in) und kombinieren diese häufig, um optimale Ergebnisse zu erzielen.
Sollte es nicht möglich sein den Meniskus zu nähen, wird der geschädigte Anteil so sparsam wie möglich arthroskopisch entfernt.
Bei Meniskusteilentfernungen können die Patienten direkt nach der Operation wieder vollbelasten und sind nach ca. 2 Wochen wieder sportfähig. Bei Meniskusnähten muss die Beweglichkeit 6 Wochen limitiert werden.
In manchen Fällen fehlt der Meniskus - meist nach Voroperationen . Vor allem bei jüngeren Patienten bedarf es dann gelegentlich einer Meniskustransplantation.
Immer wird von uns die Beinachse mitberücksichtigt und eventuell auch mitkorrigiert. Sollte auch das Kreuzband mitverletzt sein, führen wir in der Regel sämtliche Reparaturen in einer Operation durch.

 
Knorpelschaden

Der traumatische Knorpelschaden beim jungen Patienten tritt häufig als Begleitverletzung einer Bandverletzung auf. Unbehandelt ist ein Knorpelschaden oftmals der Beginn einer Arthroseentwicklung. Daher führen wir häufig bei Knorpelschäden chirurgische Maßnahmen durch, um zum einen den aktuellen Schmerz zu nehmen, zum anderen aber auch die Arthroseentwicklung zu verlangsamen.
Beim kleinen traumatischen Knorpelschaden ist die Mikrofrakturierung eine etablierte Methode um einen Ersatzknorpel zu bilden. Eine mehrwöchige intensive Nachbehandlung ist für den Erfolg der Maßnahme nötig.
Bei größeren traumatischen Knorpelschäden führen wir die matrix-assoziierte Knorpelzelltransplantation durch. Bei dieser modernen Technik der Knorpeltranplantation werden körpereigene Knorpelzellen entnommen, gezüchtet und vermehrt und in zweiter Sitzung in den Defekt transplantiert. Auch nach dieser Operation ist eine intensive Nachbehandlung notwendig. Die Ergebnisse dieser Technik des Knorpelersatzes sind sehr vielversprechend und es wird ein hochwertiger und stabiler Knorpel erzielt.
Bei einigen Knorpelschäden wenden wir auch die Knochen-Knorpel-Transplantation an.
Vor allem bei der Behandlung von Knorpelschäden muss dringend die Beinachse mitberücksichtigt werden. Sollte es notwendig sein, entlasten wir den transplantierten Knorpel durch Beinachskorrekturen (Osteotomien) im Sinne von Kombinationseingriffen.
Die sogenannte Osteochondrosis dissecans des Jugendlichen und jungen Erwachsenen wird auch mit diesen Methoden erfolgreich therapiert.

 
Verschleiss

Das häufigste Problem am Kniegelenk ist der Verschleiss, die sogenannte Arthrose. Nach Ausschöpfen aller konservativen Maßnahmen, wie Medikamenten, Bandagen, Einlagen o.ä. sind kleine arthroskopische Eingriffe oftmals sehr erfolgreich. Das sogenannte Debridement, d.h. die Säuberung des Gelenkes bewirkt in vielen Fällen eine deutliche Schmerzlinderung. Insbesondere die Sanierung von Meniskusschäden, die Glättung von Knorpel und das Entfernen von freien Gelenkkörpern führt zum Erfolg. Gelegentlich ist sogar noch eine Knorpelaufbaumaßnahme möglich (Mikrofrakturierung).
Sollten arthroskopische Methoden nicht zum Erfolg führen, wenden wir vor dem Gelenkersatz (Prothese) sehr oft bei geeigneten Fällen die Beinachskorrektur als Therapie an.

 
Fehlstellung

Beinachsfehlstellungen führen oft zu einem Knorpelverschleiss. Meistens liegt die Varusfehlstellung am Knie vor, also die O-Bein-Fehlstellung. In solchen Fällen führen wir Beinachskorrekturen, sogenannte Osteotomien, durch. Verschiedene Techniken stehen zur Verfügung, die wir differenziert und individuell abgestimmt auswählen.
Ob eine medial aufklappende Osteotomie oder eine lateral zuklappende Osteotomie durchgeführt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. der Stabilität des Kniegelenkes. Die Zielsetzung solcher Beinachskorrekturen ist vor allem die Schmerzlinderung, aber auch das Hinauszögern der Implantation eines künstlichen Gelenkes.
Sehr sinnvoll sind Osteotomien auch kombiniert mit knorpelchirurgischen Maßnahmen zu kombinieren, um bessere Resultate zu erzielen.
Die Nachbehandlung erfolgt in aller Regel sehr rasch und die Betroffenen können nach 6 Wochen wieder voll belasten.

 
Kniescheibe

Die Kniescheibe kann durch einen Unfall zur Seite herausspringen und entsprechende Beschwerden verursachen. Betroffen sind von solchen Auskugelungen (Luxation) besonders junge Patienten. Sollten Begleitverletzungen wie Knorpelabsprengungen o.ä. fehlen, ist ein konservatives Vorgehen oft gerechtfertigt. Beim Vorliegen von Begleitverletzungen oder bei wiederholten Luxationen, sollte über eine operative Stabilisierung nachgedacht werden.
Ein sehr differenziertes Vorgehen und eine gute Diagnostik ist nötig, um ein gutes Ergebnis nach solchen Operationen zu erzielen. In vielen Fällen genügen Weichteileingriffe, oft müssen aber auch knöcherne Korrekturen erfolgen.
Sehr häufig klagen Patienten über Schmerzen hinter der Kniescheibe. In vielen Fällen kann durch ein gezieltes Muskelaufbautraining eine Verbesserung der Schmerzsituation erzielt werden. Manchmal ist aber der vordere Knieschmerz so hartnäckig, dass operative Korrekturen an der Kniescheibe erfolgen müssen. Eine differenzierte Abklärung entscheidet, ob eine Weichteilkorrektur oder eine knöcherne Korrektur sinnvoll ist.

 
Knochenbruch

Bei Unfällen wie einem Sturz bricht am Kniegelenk häufig der Schienbeinkopf (Tibiakopffraktur). Bei kleinen Einrissen ist das konservative Vorgehen die Therapie der Wahl. Liegen allerdings deutliche Frakturen vor, sollte eine operative Korrektur erfolgen. Meist werden Schrauben- und / oder Plattenosteosynthesen durchgeführt. Spezielle neue Implantate haben in den letzten Jahren die operative Therapie nochmals verbessert.

 

© Ortho-Klinik Rhein/Main 2006 Orthopädische Gemeinschaftspraxis Dr. med Adalbert Missalla, Dr. med Uwe König, Frau Uta Daur-Staufenberg.